Outlook, Excel, Teams. Und trotzdem läuft vieles von Hand.

Microsoft 365 · Power AutomateRedaktion: CoreLayerLabs5 Minuten LesezeitStand:

Die Anfrage liegt im Posteingang. Der Status steht in einer Tabelle. Die Freigabe wartet in einem Chat. Was fehlt, ist oft die Verbindung zwischen den Werkzeugen.

Der größte Hebel steckt häufig in den Übergaben: Wer bekommt welche Information, wann ist eine Entscheidung nötig, und wo bleibt der verbindliche Status?

Der Aufwand entsteht zwischen den Programmen

Montagmorgen, kurz nach acht: Ein Kunde fragt nach einem Angebot. Eine Mitarbeiterin liest die Nachricht, überträgt die Kontaktdaten in eine Übersicht und informiert den Vertrieb. Später fragt jemand nach dem aktuellen Stand. Die Antwort findet sich in einer anderen E-Mail. Jede einzelne Tätigkeit wirkt klein. Zusammen unterbrechen sie den Arbeitstag immer wieder.

Viele Unternehmen haben passende Werkzeuge bereits im Einsatz. Trotzdem müssen Menschen dieselben Informationen suchen, weitergeben oder erneut erfassen. Das eigentliche Problem ist dann ein Ablauf, dessen Übergänge niemand bewusst gestaltet hat. Genau dort lohnt sich ein Blick auf Prozessautomatisierung mit Microsoft 365.

Ein guter Ausgangspunkt ist die Frage: Welche Arbeit wiederholen wir, obwohl die benötigten Informationen schon vorhanden sind? Sie führt häufig zu konkreteren Verbesserungen als der Wunsch, möglichst viel zu automatisieren. Entscheidend bleibt, dass die neue Lösung für das Team verständlich ist und einen klaren Verantwortlichen hat.

Ein Beispiel: vom Eingang bis zur Freigabe

Der folgende Ablauf ist ein konzeptionelles Beispiel, kein dokumentierter Kundenfall. Ein Dienstleistungsbetrieb möchte Angebotsanfragen nachvollziehbar bearbeiten. Der Eingang erzeugt einen Vorgang mit den benötigten Angaben. Eine benannte Person prüft die Anfrage. Erst nach dieser Prüfung beginnt die fachliche Bearbeitung. Fehlende Informationen erhalten einen sichtbaren Status.

Power Automate kann Aktionen zwischen unterstützten Diensten verbinden. Microsoft beschreibt beispielsweise Freigaben für Dokumente und Prozesse, die Verantwortliche unter anderem über ihren E-Mail-Posteingang beantworten können. Für unseren Beispielbetrieb wäre denkbar, eine interne Freigabe einzuholen und anschließend den Vorgangsstatus zu aktualisieren. Welche Schritte tatsächlich möglich sind, hängt von den verwendeten Diensten und Zugängen ab.

Der wichtige Unterschied im Alltag: Das Team erkennt, ob ein Vorgang eingegangen ist, auf Informationen wartet oder bearbeitet werden kann. Menschen müssen weniger hinter dem Status herlaufen. Eine Preisentscheidung, ein fachlich schwieriges Angebot oder eine verbindliche Zusage bleibt bei der zuständigen Person. Die Automatisierung organisiert die Übergabe.

Sehen Sie den Unterschied im Ablauf.

Weniger Übergaben im Büroalltag.

Ein beispielhafter interner Freigabeprozess mit Microsoft 365.

  1. 1
    E-Mail lesen

    Die Anfrage kommt im persönlichen Posteingang an.

  2. 2
    Daten übertragen

    Jemand trägt dieselben Angaben nochmals in Excel ein.

  3. 3
    Freigabe nachfragen

    Eine weitere E-Mail startet die Suche nach einer Entscheidung.

  4. 4
    Ergebnis nachtragen

    Status und Rückmeldung werden getrennt aktualisiert.

Illustrativer Ablauf. Die Freigabe bleibt bei einem Menschen. Verfügbarkeit und Kosten hängen von Lizenzen, Daten und benötigten Verbindungen ab.

Wo sich ein genauerer Blick lohnt

Besonders interessant sind Abläufe mit wiederkehrenden Schritten und klaren Zuständigkeiten. Denken Sie an Dokumente, die regelmäßig geprüft werden, interne Bestellungen mit festgelegten Freigaben oder neue Mitarbeitende, für die mehrere Abteilungen Aufgaben übernehmen. Die konkrete Eignung muss anhand Ihres Arbeitsalltags geprüft werden.

Seltener ausgeführte Sonderfälle eignen sich meist schlechter als erster Versuch. Ein häufiger, überschaubarer Vorgang lässt sich leichter beobachten und vergleichen. Wenn das Team seinen bisherigen Ablauf gemeinsam beschreiben kann, entstehen dabei oft schon Verbesserungen: überflüssige Rückfragen fallen auf, doppelte Listen werden sichtbar und Zuständigkeiten lassen sich klären.

  • Wiederkehrende Übergaben zwischen Posteingang, Dokumentenablage und zuständiger Person.
  • Interne Freigaben mit einem sichtbaren Bearbeitungsstand.
  • Vorgänge, bei denen fehlende Angaben regelmäßig zu Rückfragen führen.

Eine Verbindung ersetzt keine klare Verantwortung

Zuerst müssen Zugriffsrechte, Datenablage und Zuständigkeiten stimmen. Wer darf die Informationen sehen? Wer übernimmt bei Abwesenheit? Was geschieht, wenn eine Verbindung ausfällt oder ein Vorgang zweimal eingeht? Ein zuverlässig gestalteter Ablauf berücksichtigt diese Situationen. Für das Team muss erkennbar bleiben, wie es einen Vorgang bei Bedarf manuell weiterbearbeitet.

Auch die Lizenzfrage gehört vor die Umsetzung. Microsoft-365-Lizenzen können begrenzte Power-Automate-Funktionen enthalten. Premium- oder individuelle Connectoren und weitere Funktionen können zusätzliche Berechtigungen beziehungsweise Lizenzen verlangen. Deshalb prüfen wir den tatsächlich benötigten Ablauf, die beteiligten Nutzer und die aktuellen Lizenzbedingungen. Ein vorhandenes Office-Abonnement allein beantwortet diese Fragen noch nicht.

Bei einer technischen Übertragung kann zudem ein inhaltlich falscher Datensatz erfolgreich gespeichert werden. Deshalb braucht es neben technischer Überwachung auch fachliche Kontrollen: passende Pflichtangaben, nachvollziehbare Änderungen und eine Prüfung vor folgenreichen Aktionen. Der Ablauf soll Arbeit abnehmen, ohne Unklarheiten einfach schneller weiterzureichen.

Weniger Handgriffe sind erst der Anfang

Für eine erste Einschätzung betrachten wir die Anzahl der Vorgänge und die tatsächlich vermeidbare Bearbeitungszeit. Hinzu kommen der verbleibende Prüfaufwand, Einrichtung, Lizenzen, Betreuung und Änderungen. Ein Ablauf, der nach jeder kleinen Anpassung neue Handarbeit erzeugt, kann seinen ursprünglichen Nutzen verlieren.

Eine reine Rechenillustration: Bei 200 Vorgängen pro Monat und drei vermeidbaren Minuten pro Vorgang entstehen zehn Stunden potenziell freie Kapazität. Das ist kein gemessenes Ergebnis und noch keine sichere Kosteneinsparung. Wirtschaftlicher Nutzen entsteht beispielsweise, wenn diese Zeit für Kundenarbeit verfügbar wird oder nachweislich Mehrarbeit entfällt. Ebenso relevant können weniger Suchaufwand und nachvollziehbarere Übergaben sein.

Beginnen Sie mit einem einzigen Ablauf

Wählen Sie einen Vorgang, der regelmäßig auftritt und dessen Verzögerung das Team wirklich spürt. Beschreiben Sie den Eingang, die beteiligten Personen und das gewünschte Ergebnis. Einige typische, angemessen anonymisierte Beispiele reichen für ein erstes Gespräch. Zugangsdaten oder vertrauliche Dokumente gehören dafür nicht in eine erste Anfrage.

Wir prüfen gemeinsam, welche Übergaben sinnvoll verbunden werden können, welche Entscheidungen menschlich bleiben und wie sich der Nutzen beobachten lässt. Daraus entsteht ein abgegrenzter Vorschlag mit Voraussetzungen und Aufwand. Der Maßstab ist ein verständlicher, verlässlicher Arbeitsablauf, den Ihr Team gerne nutzt.

Quellen & weiterführende Informationen

  1. Microsoft: Freigabeabläufe mit Power Automate
  2. Microsoft: Arten von Power-Automate-Lizenzen
  3. Microsoft: Grenzen automatisierter Abläufe

Wie sieht dieser Ablauf bei Ihnen aus?

Florian Balaj, Ihr Ansprechpartner bei CoreLayerLabs

Florian Balaj

Inhaber · Ihr Ansprechpartner

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